Heute feiern die Einwohner der Stadt Zittau in der Oberlausitz ein ganz besonderes Fest. Im Museum Kirche zum Heiligen Kreuz begehen sie den 550. Jahrestag eines mittelalterlichen Fastentuches, das europaweit einzigartig ist. Dieses 1472 von einem Gewürzhändler gestiftete Tuch (6,80 Meter breit, 8,20 Meter hoch, mit 90 Bibel-Motiven) eines unbekannten Meisters verhüllte 200 Jahre lang zur Fastenzeit den Altarraum der lokalen Kirche St. Johannis.  

Im Mutterland des Protestantismus, wo Martin Luther in vielen Kirchen predigte und das Königshaus seit August dem Starken nur katholischer Konfession war, grassiert der Unglaube. Es wird immer weniger gebetet, in die Kirche gegangen und beim Gottesdienst oder Heiliger Messe in die Kollekte gespendet. Die Angst vor Teufel, Hölle und ewiger Verdammnis sinkt. Im Jahr 2021 traten 2068 Dresdner Bürger aus den großen Kirchen aus (Tendenz stark steigend: 2011 nur 1013 Austritte, 2015 schon 1578 Austritte, 2019 erhebliche 2005 Austritte). Die Gebühr dafür kostet ja auch nur 25 Euro. Pfarrer und Prälaten wünschen eine kräftige Erhöhung dieser "Heiden-Steuer", welche die Abspaltung von unserer heiligen Mutter Kirche zum profanen Verwaltungsakt macht.  

Einer der uralten Bräuche der Sorben ist das Reiten in Festtagsgewändern auf geschmückten Pferden über zu segnende Felder, durch Auen, Wälder und Flure. Unter dem Klang der Glocken sorbischer Kirchen, mit Männergesang und Gebeten gen Himmel wollen Ostern gleich neun mächtige Prozessionen aufbrechen. Corona hatte das jahrhundertealte Brauchtum der Ureinwohner Sachsens torpediert.

Weil die Messe Dresden voll Flüchtlingen aus der Ukraine ist und hier ein Ankunftszentrum für diese aufgebaut wurde, stehen die Hallen in der nächsten Zeit für die bereits geplanten Veranstaltungen nicht zur Verfügung. Konzerte wie jene von Howard Carpendale, Ralf Schmitz und Luke Mockridge werden hier nicht stattfinden!  

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Bewahrer des grafischen Nachlasses der Gestalterin Gertrud Kleinhempel (1875 - 1948) von den Deutschen Werkstätten Hellerau, leihen dem Kunstmuseum Ahrenshoop für eine vom 9. April bis 19. Juni dauernde Ausstellung jetzt 26 Grafiken. Nach jahrelangen Bauspekulationen wurde das reetgedeckte Haus der Künstlerin in Ahrenshoop am 28. Januar durch Brandstiftung total vernichtet und ihr Erbe damit ausgelöscht. Die Ausstellung soll noch einmal an sie erinnern.

Statt dem Schätzpreis von 80.000 Euro erzielte ein Block mit vier Briefmarken vom "Sachsen-Dreier" aus dem früheren Königreich Sachsen jetzt 260.000 Euro beim Briefmarkenauktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden. Diese Marke kam am 29. Juli 1850 heraus, war ab 1. Juli 1850 gültig und wurde 1851 von einer neuen Make abgelöst. Damals sammelte die Marken, welche zur Beförderung von Zeitungen dienten, niemand. Da fast alle Restbestände als vernichtet gelten, gehört der "Sachsen-Dreier" heute zu den Kronjuwelen der Sammler.

Der 51-jährige Spitzengastronom Stefan Hermann, seit 2007 Betreiber des renommierten Konzertplatzes Weißer Hirsch mit Konzertmuschel, Biergarten und Wirtshaus, will Gründonnerstag wieder öffnen. Nicht nur die Tische und 400 Stühle sind neu, auch der Spielplatz entsteht komplett in neuem Antlitz. Bis zu 35 Mitarbeiter beschäftigt Hermann hier in Hochzeiten, will das Areal an der Dresdner Heide wieder zu einem Anziehungspunkt für Gäste machen.

Überall entlang der 60 Kilometer langen Sächsischen Weinstraße (480 Hektar Rebhänge) zwischen Pirna und Seußlitz füllen die gut 1500 Winzer die ersten Weine vom Jahrgang 2021 in die Flaschen. Obwohl die Erträge um 10 Prozent zurückgingen, Pilzbefall und Kirschessigfliegen den Rebstöcken zusetzten, ist es größtenteils ein guter Jahrgang geworden. "Feinfruchtig und elegant", lautet die Einschätzung der Kenner. Nur für vollmundige Rotweine gab es in dem feucht-warmen Sommer zu wenig Sonnenstunden.  

Kommunen und Tourismusverband der Sächsischen Schweiz haben die sogenannte "Gästekarte mobil" ins Leben gerufen. Damit können Urlauber in den beteiligten Städten und Gemeinden den ÖPNV ohne zusätzliches Ticket nutzen. Die Erfinder schätzen, dass dieses Jahr 365.000 Gäste in den Genuss dieser Gästekarten kommen und das eigene Auto während ihres Urlaubs am Hotel oder der Pension stehen lassen.

Die auf 5,6 Kilometer langer Strecke durch den Großen Garten fahrende Parkeisenbahn (zu DDR-Zeiten "Pioniereisenbahn") startet am 10. April, 11.15 Uhr, mit der ersten Zugfahrt in ihre 73. Fahrsaison.

Einer der Ur-Enkel des letzten Sachsen-Königs Friedrich August III. (1865 - 1932), Rüdiger Prinz von Sachsen, starb Dienstag 69-jährig in seinem Wohnhaus nahe Schloss Moritzburg in Weinböhla an einem Herzinfarkt. Bereits sein Vater Timo (1923 - 1982), der den Hausgesetzen der albertinischen Wettiner widersprechende Ehen einging, gehörte nicht mehr dem vormals regierenden sächsischen Königshaus an. Somit sind auch seine Nachkommen nicht mehr Mitglieder eines Königshauses, jedoch natürlich weiterhin Mitglieder der Familie von Sachsen. Der in Mühlheim an der Ruhr geborene, in erster Ehe verwitwete und in zweiter Ehe geschiedene Rüdiger von Sachsen hinterlässt eine thailändische Lebensgefährtin und drei Söhne, die ihm acht Enkel schenkten. Es wird erwartet, dass er nach der Einäscherung im eigenen Waldfriedhof der Familie  in Friedewald bei Radebeul seine letzte Ruhe findet.  

Woll-Äpfel, Amberbäume, Rot-Eschen, Winter-Linden, Süßkirschen, Apfelbäume - an Dresdens Straßen wird jetzt fleißig gepflanzt. Die Landeshauptstadt Sachsens startet zu den rund 800 Bäumen, welch seit Herbst in den Boden kamen, nun noch 289 weitere Baum-Pflanzungen.

Corona legt nun auch Teile der Belegschaft der Dresdner Semperoper lahm. Wegen des extrem hohen Krankenstandes verschiebt sich die Premiere von "Madama Butterfly" auf den 6. April (alle Karten für den ursprünglichen Premieren-Termin, den 2. April, verlieren ihre Gültigkeit). Auch der 5. Kammerabend der Sächsischen Staatskapelle am morgigen 31. März wird ersatzlos gestrichen.

Der deutsche Abenteuerschriftsteller Karl May (1842 - 1912) machte sich mit Romanfiguren wie Häuptling Winnetou, Blutsbruder Old Shatterhand oder dem Araber Hadschi Halef Omar unsterblich. Doch sein Museum in Radebeul leidet unter Besuchermangel und schlimmen Bauschäden. Nachdem in den letzten zehn Jahren alle bisherigen Aufrufe zum Sammeln von Spenden kaum nennenswerte Beträge erbrachten und die zuletzt zu euphorischen Bauvorhaben auf einen Umfang von 8,5 Millionen Euro reduziert wurden, versucht man jetzt erneut eine Spendenaktion. Dafür gibt der deutsch-serbische Schauspieler Gojko Mitic seinen Namen. Der 81-jährige ist mittlerweile so alt wie die meisten Fans der Bücher, die Titel wie "Durchs wilde Kurdistan" tragen.  

Das berühmte romantische Gasthaus "Vincenz Richter" am Markt der 1100 Jahre alten Elbestadt Meißen, das Radebeuler "Spitzhaus" an der Hangkante der Weinberge mit Panoramablick oder die Erlebnisgastronomie "Pulverturm" neben der Dresdner Frauenkirche - alle freuen sich auf Gäste! Restaurants und Hotels rund um Dresden haben noch genügend freie Kapazitäten. Die Auslastung der Beherbergungsstätten liegt in der Landeshauptstadt für den Reisemonat April bislang bei 31 Prozent, im Dresdner Umland bei 14 Prozent.