Das im mörderischen Inferno des 13./14. Februar 1945 mit mindestens 25.000 Toten und dem Verlust ganzer Stadtteile unwiederbringlich verlorene alte Dresden - im Stadtmuseum ersteht es jetzt nochmals in rund 400 Ansichtskarten der Ausstellung "Das neue Dresden. Die Stadt im späten Kaiserreich auf Bildpostkarten" auf. Da sind sie zu sehen: Sarrasani-Elefanten als Zugtiere für die sächsische Armee, der Boom von Handwerk, Gewerbe und Industrie, fremde Völker tanzend auf der Hygieneausstellung 1911, Prachtstraßen und neu entstehende Wohnstätten der Bevölkerung, die vom Königreich mit Arbeit reich beschenkten, glücklichen Sachsen.    

Reformator Martin Luther (1483 - 1546) beherrscht dieses Jahr auch das legendäre Dresdner Elbhangfest zwischen Blauem Wunder und Schloss Pillnitz, das heute mit dem Eröffnungskonzert "Musica Lutherana" für drei tolle Tage startet. Mit römischer Piazza und Petersdom am Körnerplatz, Hölle und Paradies. 350 Veranstaltungen sind entlang der Feststrecke zu erleben.   

Seit gut zwei Jahrzehnten träumen einige Dresdner Bürger von der Wiedereröffnung des 252 Meter hohen und 1963 bis 1969 errichteten Fernsehturmes im Stadtteil Wachwitz, dessen Restaurant und Aussichtsplattform 1991 stillgelegt wurden. Eine jetzt veröffentlichte Studie von Freistaat und Stadtverwaltung verweist alle Ideen wegen unkalkulierbarer Kosten und kaum einzuschätzenden Besucherinteresses in den Bereich der Utopie. Nach vorsichtigen Schätzungen würde die Wiedereröffnung für den Publikumsverkehr bis zu 61,5 Mio. Euro kosten. Pro Besucher müssten dann 7,20 Euro Eintritt und 3,80 Euro Parkgebühr verlangt werden. Dass die Fernsehturm-Pläne als ein vom Steuerzahler finanziertes Projekt in den Bereich der Phantasie gehören, zeigt die auffallende Tatsache, dass die Stadtverwaltung nicht einmal in der Lage ist, den Rathausturm mit seinem faszinierenden Panoramablick über die Stadt zu öffnen.  

Elbflorenz ist einer der beliebtesten Tourismus-Hotspots Europas und kann auf ständig steigende Besucherzahlen aus aller Welt verweisen. Im ersten Jahresdrittel gab es schon wieder eine Steigerung der Hotelübernachtungen um 4,5 Prozent. In absoluten Zahlen waren es exakt 1.085.354 Übernachtungen. Experten führen die sensationellen Ergebnisse auch auf den konservativen, mitunter überregional gescholtenen, Geist in Dresden zurück. Gerade finanzstarke bildungsbürgerliche Kreise sympathisieren damit anscheinend privat viel mehr, als sie je öffentlich zugeben möchten.

Mit der Übergabe der Schulzeugnisse an etwa 463.000 Schüler starten ab Freitagmittag bis 4. August im Freistaat Sachsen die Schulferien, ist wegen der beginnenden heißen Phase der Urlaubssaison mit Staus auf Autobahnen zu rechnen. An diesem Tag beenden 18.700 Absolventen von Oberschulen und Abendoberschulen, 13.400 Abiturienten und 2800 Fachoberschul-Absolventen ihre schulische Laufbahn.

Der 58-jährige rumänische Staatspräsident Klaus Johannis erhält heute den 8000 Euro teuren goldenen St. Georgs-Orden des Dresdner SemperOpernballs für seine Verdienste u. a. als Angehöriger der Siebenbürger Sachsen verliehen. Eine Dresdner Delegation überreicht ihn am Vormittag dem Präsidenten in der rumänischen Botschaft in Berlin.

Der Versteigerungsversuch der Dresdner Lenin-Statue ist am Wochenende gescheitert. Das 12 Meter hohe und 80 Tonnen schwere Monument, welches neben dem russischen Diktator Lenin (1870 - 1924) auch noch den Kommunisten-Führer Ernst Thälmann (1886 - 1944) und den Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid (1874 - 1944) zeigen soll, fand für das Anfangsgebot von 150.000 Euro keinen Interessenten. 18 Jahre lang als "Roter Bahnhofsvorsteher" auf der Prager Straße vor dem Dresdner Hauptbahnhof stehend, wurde Lenin 1992 abgerissen und von der Stadt an einen Steinmetz im schwäbischen Gundelfingen verschenkt. Dessen Erben wollen die Statue jetzt versilbern.  

Seit 2002 bekommen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein Problem nicht in den Griff. Der im Hof des weltberühmten Barock-Juwels, des Dresdner Zwingers, liegende rote Leukersdorfer Brechsand! Dieser auf den Wegen eingepresste und sich seit Jahren lösende Sand verschmutzt durch Windbewegung und die Schuhe der Besucher alle Ausstellungsräume der Alten Meister, die Exponate der Porzellansammlung und frisst sich vor allem in die Uhrwerke und Drehteile der Himmels- und Erdgloben des Mathematisch-Physikalischen Salons. Schockierend! Schon 2004 warnte ein Sachverständigen-Gutachten vor der verheerenden Sand-Wirkung auf die einzigartige wissenschaftlich-technische Sammlung, die Kurfürst August (1526 - 1686) um 1560 als Kunstkammer begründete. Ein Termin zum Austausch des Sandes ist noch immer nicht bekannt.   

Die Weißeritztalbahn, Sachsens zweite Schmalspurbahn und die Dienstälteste ganz Deutschlands, dampft ab heute wieder auf 26,33 Kilometer langer Strecke von Freital-Heinsberg bei Dresden durch das Tal der Roten Weißeritz bis zum Kurort Kipsdorf im Osterzgebirge. Die 2022 beim Hochwasser zerstörte Strecke war nach Teilsanierung ab 2008 nur bis Dippoldiswalde in Betrieb. Jetzt ist die rund 40 Millionen Euro teure Streckensanierung beendet. An diesem Eröffnungswochenende gibt es einen Sonderfahrplan. Ab 19. Juni tritt der Regelfahrplan in Kraft.   

 

 

In tiefer Trauer gedenkt Sachsen dem heute in seiner Geburtsstadt Ludwigshafen am Rhein verstorbenen Bundeskanzler Deutschlands und Ehrenbürger Europas, Dr. Helmut Kohl (1930 - 2017). Vielen Dresdnern ist noch seine Rede am 19. Dezember 1989 vor der Ruine unserer Dresdner Frauenkirche in lebhafter Erinnerung. Erst die deutsche Einheit und der mit ihr entfesselte Bürgersinn machte den Wiederaufbau unseres Gotteshauses möglich, das heute wie Dresdens in alter Pracht neu entstandenes historisches Stadtzentrum zu den internationalen Tourismus-Hot-Spots zählt. Die Chancen der Einheit des geteilten Deutschlands erkannt und die Gunst der Stunde für die Wiedervereinigung genutzt zu haben - dies bleibt das große Verdienst dieses Kanzlers. Alle unter dem dreieinigen Gott vereinten rechtgläubigen Menschen beten heute für ihn.  

Zahlreiche Dresdner Forschungsstätten bieten heute für Dresdner und Touristen von 18 bis 1 Uhr einen Blick hinter ihre Kulissen, in Labore und Archive. An 20 Stationen zwischen Südhöhe, Klotzsche und Pillnitz finden unter dem Motto "Eine Nacht, die Wissen schafft" bereits zum 15. Male über 600 Experimente, Vorträge, Präsentationen und Ausstellungen statt. In alle beteiligten Hochschulen, Institute und Firmen gibt es freien Eintritt. 

Gruselfilm-Regisseur Alfred Hitchcock (1899 - 1980) lässt grüßen! Die Stadt Dresden warnt jetzt Fußgänger vor den Angriffen der sich vermehrt in der Stadt tummelnden Raben- und Nebelkrähen. Da Krähen-Eltern mindestens noch vier Wochen lang Jungvögel beim Erlernen des Fliegens begleiten und ihre Flugübungen beschützen, gab es bereits Krähenattacken auf Menschen in der Südvorstadt und in Johannstadt. Die historische Altstadt rund um Residenzschloss, Zwinger, Semperoper oder unsere weltberühmte Frauenkirche blieb Gott sei Dank noch verschont. Nahen Krähen im Sturzflug - so die Verwaltung - solle man zur Abwehr einen Regenschirm oder Stock über die Schulter legen. 

Seine Gruftführungen in der Katholischen Hofkirche sind legendär, sein Wissen über Dresdner und sächsische Geschichte profund: Der 61-jährige Ordinariatsrat des Bistums Dresden-Meißen, Christoph Pötzsch, geht diese Woche aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand. Aus gutbürgerlichem evangelischen Dresdner Elternhaus stammend - sein Vater war ein Kammersänger, der am Lebensende als August der Starke Touristen erfreute - und selbst evangelisch getauft, wechselte Pötzsch für seine erste Frau das Gebetbuch. 27 Jahre lang war er als Jurist des Bistums, als Hüter des Staatskirchenvertrages und Berater dreier Bischöfe im Amt. Jetzt kann er sich mit der zweiten Frau ganz seinen Leidenschaften, den historischen Studien, literarischer Tätigkeit, Stadtführungen, Vorträgen und der Rettung historischer Gräber widmen. Gottes Segen für Pötzschs weiteres Wirken!

In unser so weitsichtiges, islamkritisches und gleichzeitig weltoffenes, tourismusfreundliches Dresden zieht es immer mehr internationale Hochtechnologie-Konzerne. Jetzt baut die Samsung-Tochter Novaled in der Dresdner Albertstadt, dem einst größten Kasernengelände Deutschlands, ihr neues Hauptquartier. 160 Mitarbeiter werden hier organische Leuchtdioden produzieren, an neuen Technologien forschen.   

Das 1926 vom jüdischen Geheimrat, Bankier und Mäzen Georg Arnhold (1859 - 1926) nahe dem Deutschen Hygienemuseum und Dresdner Großen errichtete Freibad ist nach Sanierung in den Außenanlagen seit dem Wochenende wieder geöffnet. Nahe dem Stadtzentrum ist es eine beliebte Oase der Erfrischung. Viel Spaß in den Wasserbecken und auf den Liegewiesen!